Prof. Dr. Christian Stiegler, Karlshochschule

Christian Stiegler ist Professor für Media Management, Consumer Culture und Neue Medien an der Karlshochschule International University in Karlsruhe. Dort ist er auch als Studiengangsleiter für Internationales Medien- und Kommunikationsmanagement tätig sowie Leiter des Fachgebiets „New Media“ im Masterstudiengang „Management“.
Nach dem Studium an der Universität Wien, Österreich,  und der University of Cambridge, England, arbeitete er mehrere Jahre als Journalist in TV, Radio, Print und Online und war Lehrbeauftragter der Universitäten Wien, Graz, Salzburg und der Fachhochschule Hagenberg für das Fachgebiet der Medienwissenschaften, Mediendramaturgie, New Media, Literaturwissenschaft und Kulturtheorie. Er interessiert sich besonders für Medien-Rezeption, Medien-Realities und populäre Kultur.

Zu seinen deutschen Publikationen gehören unter anderem “Horror und Ästhetik” (2008) sowie “Vergessene Bestie” (2007), wobei letztere derzeit ins Englische übersetzt wird.

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Prof Christian Stiegler | Foto: Karlshochschule

Am 23. Januar wird er bei unserer 8. Social Media Night über folgendes Thema sprechen:

The social in the media:
Wie soziale Netzwerke traditionelle Massenmedien retten sollen

Die Geschichte der Massenmedien zeigt uns, dass Medien schon immer soziale Funktionen übernommen haben. Ältere Generationen erinnern sich vermutlich noch an den großen Radio-Boom, als das Radiogerät noch in die Mitte des Esstisches gestellt wurde und sich die ganze Familie darum versammelt hat. Heute ist Radio ein “Nebenbei-Medium”, das Radiogerät steht bei den meisten in der Küche, bei manchen im Badezimmer oder am Klo. Oder manche erinnern sich vielleicht an den Fernseh-Boom und Shows wie “Wetten dass..?”, die ganze Familien Samstag Abend vor das Gerät lockten. Und heute? Markus Lanz ist nicht allein schuld.
Medienkonvergenz und nicht zuletzt soziale Netzwerke haben traditionelle Medien dermaßen ausgebremst, dass das “Soziale”, die Vernetzung durch Medien, auf digitalen Plattformen stattfindet. Dass es sich hierbei eher um private Medienrezeption handelt (wer trifft sich schon mit Freunden, um gemeinsam Facebook oder Twitter zu nutzen?), lässt die traditionellen Massenmedien aufhorchen. Die alten Medien versuchen das Soziale über den Umweg der sozialen Netzwerke wiederzubeleben: Ganze “Innovation Lab”s amerikanischer Print-Häuser kreieren spannende digitale Zeitungsformate, die es Nutzern erlauben eigene Nachrichten zusammenzustellen, mit ihren Freunden zu vernetzen und zu teilen und so die Zeitungsbranche vor dem Untergang zu retten. Fernsehsender wie die BBC oder der ORF möchten, dass ihre Zuseher durch den Sender ihre eigene Identität mitgestalten, ähnlich wie ein Facebook-Profil, das nennt sich dann z.B. “My BBC”. Die Zukunft liegt noch einen Schritt weiter: in der kompletten Vernetzung und Verschmelzung digitaler Profile und Netzwerke mit traditionellen Massenmedien.
- Text: Liza Meinhof, Karlshochschule

Nach Christian de Vries und Wibke Ladwig ist Christian Stiegler der 3. Speaker der 8. Social Media Night Karlsruhe (SOMENIKA), der am Donnerstag, 23.1.2014, den Reigen der Referenten eröffnen wird. Der Social Media Club Karlsruhe freut sich schon jetzt auf spannende Vorträge, viele interessierte Teilnehmer und Diskussion. Bitte vergesst nicht die Anmeldung unter http://amiando.de/somenika8 !!

Wibke Ladwig, Sinn und Verstand Kommunikationswerkstatt

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Wibke Ladwig

Wibke Ladwig ist Social Web Ranger und Ideenkatalysator. Mit ihrer Sinn und Verstand Kommunikationswerkstatt begleitet sie Unternehmen, Freiberufler und Führungskräfte in den Landschaftsraum Internet. In Vorträgen, Seminaren und Workshops vermittelt sie Verständnis und Wissen über Social Media und digitale Kommunikation. Außerdem unterstützt sie Unternehmen dabei, kreative und eigenständige Ideen für ihre Kommunikation zu entwickeln und sie umzusetzen. Sie ist Buchhändlerin, Illustratorin und Autorin, hat in Verlagen gearbeitet, ist Gründerin der Wortweide, einer Crowdsourcing-Plattform für Wörter, und Mit-Gründerin des Büros für Kreativitätscoaching “Die Herbergsmütter”.

Am 23. Januar wird sie bei unserer 8. Social Media Night über folgendes Thema sprechen:

Ein blindes Huhn ist kein Ponyhof: Von Schabernack und famosen Wörtern

Über 300.000 Ergebnisse erhält, wer bei Google nach „Verfall deutscher Sprache“ sucht. Der „Sprachverfall“ wird gern auf das Internet zurückgeführt. Hans Zehetmair etwa, der Vorsitzenden des deutschen Rechtschreibrats, beschwor noch 2012 eine Apokalypse der deutschen Sprache und warnte etwa vor Twitter als Fetzenliteratur, die die Sprachkompetenz junger Leute bedrohe.

LOL, rofl und OMG: Ist das Abendland in Gefahr? Werden wir alle durch Social Media zu Sprachstümpern und ruchlosen Verbrechern an unserer Muttersprache? Wibke Ladwig lädt zu einem Spaziergang durch die digitalen Refugien der Sprachliebhaber und Wortspielkinder ein.”

Foto Copyright: Falk Hedemann

Christian de Vries, DocMorris

Speaker bei der 8. Karlsruher Social Media Night Christian De Vries

Christian De Vries

Christian de Vries, 50, ist Social Media Manager bei der Versandapotheke DocMorris und wird bei unserer 8. Social Media Night am 23. Januar sprechen.

Der gelernte Erzieher und Tageszeitungs-Redakteur hat viele Jahre selbstständig Unternehmen in vielen Branchen zu allen Fragen der Öffentlichkeitsarbeit beraten.

Die Kanäle der größten europäischen Versandapotheke mit mehr als zwei Millionen Kunden sind unter www.docmorris-blog.de und unter http://twitter.com/docmorris zu finden.

Den Menschen im Internet zuhören

Warum “Zuhören”? Aus gutem Grund. Ermüdend sind die Diskussionen im Internet zu “Content-Marketing”, zu “Blogger-Relations”, zu “Influencer-Relations”, zu anderen Säuen, die in der Social Media-Blase durch das Internetdorf zumeist der Berater und Agenturen getrieben werden.

Was immer häufiger fehlt: Das Zuhören. Wer jeden Tag nahezu 200 Blogs, das Internet, die Twittersphäre und andere Kanäle durchforstet, wenn es um die Themen Gesundheit und Krankheit geht, weiß irgendwann: Das Netz ist nicht in der Social Media-Blase. Das Netz ist einfach im Internet. Hier ermutigen sich Bloggerinnen gegenseitig in ihrem Netzwerk, hier suchen Twitterer nach Gleichgesinnten, hier treffen sich Patienten in einer geschlossenen Facebook-Gruppe regelmäßig zum Austausch. Sie wissen nicht mal, was Social Media ist. Gut so.

Wer hier im Internet zuhört, wer Geduld hat, wer nicht Aktionen in seinen Excel-Tabellen aufführen muss, wer den unsinnigsten Klout-Score locker ignorieren kann, findet hier den wirklichen Dialog.